Stricken außerhalb der Komfortzone

 

Neue Sachen lernen ist großartig. Bis zum Erfolgserlebnis ist es allerdings oft ein langer Weg und unterwegs möchte man manchmal am liebsten ausrasten, aufgeben oder sich selbst für unfähig erklären. So geht es mir jedenfalls manchmal – zum Beispiel, wenn ich mich an neue DIY- und Strickprojekte herantraue. Aktuelles Stichwort: Patentmuster mit Hilfe von Zu- und Abnahmen stricken. Ich weiß nicht, wie ich das in den Jahren vor leicht zugänglicher Bewegtbild-Hilfe in Form von Online-Tutorials gemacht hätte – denn die Bücher, die ich zum Thema besitze, sind für Anfänger wie mich eine echte Herausforderung und nur mit Hilfe der Illustrationen und Beschreibungen würde ich wahrscheinlich immer noch auf Seite 3 festhängen. Ein Glück gibt es ja aber – Internet und stetig wachsender Anzahl an Tutorials zu jedwedem Thema sei Dank – inzwischen Hilfe für Fälle wie mich. Und bei all dem Gemecker über die Reise zum Verständnis neuer Techniken: Wenn man dann endlich ein neues Strickmuster verstanden hat, sind jeglicher Ärger und Frustration verschwunden und die Freude überwiegt.

 

Was mir hilft, um Durststrecken zu überstehen und mich an neue Projekte zu wagen? Hier kommen meine persönlichen Erfahrungsberichte.

 

Adventure Buddies

 

Zusammen geht vieles leichter! Und was der eine nicht versteht, ist für den anderen vielleicht ganz logisch. Nicht nur, aber auch deshalb machen eine Freundin und ich regelmäßige Strickabende zusammen. Gut, und außerdem, um nebenbei noch Game of Thrones weiter zu gucken (keine Spoiler bitte, wir sind immer noch nicht auf dem aktuellen Stand!). Oft erschließen sich uns aber auch die Strickmuster, sobald wir einmal gemeinsam über das reden, was wir nicht verstehen. Das kennt man ja auch aus anderen Situationen: sobald man anfängt, sich mit jemandem über ein Thema auseinanderzusetzen, wird es schlüssiger. Die Aha-Momente kommen schneller und häufiger und so ein Adventure Buddy ermuntert einen auch gerne und regelmäßig, dass aufgeben und den ganzen Mist in die Ecke pfeffern jetzt wirklich noch keine Option ist.

 

Tipp Nr. 1 ist also: Schnappt euch einen Freund, der eure Leidenschaft teilt und legt gemeinsam los! Ihr steht alleine da mit eurer Stricksucht? Dann macht euch schlau, in welchen Cafés oder Woll-Läden regelmäßig Strickabende veranstaltet werden. In Hamburg gibt es zum Beispiel einen zauberhaften Laden namens Mylys in der Schanze, der jeden ersten Freitag im Monat zum Strickclub einlädt. Alle Infos auf der Webseite. Auch von We Are Knitters werden regelmäßig Knitting Parties veranstaltet, in wechselnden Städten. Haltet euch auf der Webseite auf dem Laufenden, wann eure Stadt an der Reihe ist und dann nix wie hin. 

 

Know your Goal

 

Wie oben schon erwähnt: Mein aktuelles Projekt heißt Patentmuster richtig verstehen lernen. Das hat den Hintergrund, dass ich meinen absoluten Traum-Pullover entdeckt habe und diesen unbedingt in ähnlicher Form nachstricken können möchte. Denn leider hat der Traumpullover verschiedene kleine Haken: 1. handelt es sich dabei um ein Modell aus der Vor-vor-vor-Saison und er ist so nicht mehr direkt erhältlich und 2. ist es ein Designerpullover, der ein paar Hundert Euro kostet. Uff. 3. ist selber machen ja in vielerlei Hinsicht noch besser: Man kann sich nicht nur einen, sondern mehrere Traumpullover stricken – sobald man dann die richtigen Techniken beherrscht, versteht sich.

 

Daher versuche ich nun gerade, das ganze Thema zu durchschauen. Da die Bücher ja leider im ersten Schritt nicht geholfen haben, habe ich mich nun für einen kompletten Anfänger-Brioche-Kurs von Makerist entschieden. Die erste Hälfte ist schon geschafft.

 

Tipp Nr. 2: Ein klares Ziel setzen! Was ist das fertige Projekt oder Produkt, das dabei herauskommen soll? In meinem Fall ist es der Pullover. Wenn ich also weiß, was ich lernen möchte, kann ich anfangen, mir die passenden Kurse für notwendige Techniken herauszusuchen. Und das Durchhalten fällt auch leichter, wenn man weiß, wofür man eigentlich lernt… 

 

Challenge? Accepted!

 

Dann kann es ja losgehen. Das Ziel steht und der Adventure Buddy klappert auch schon vorfreudig mit den Nadeln? Perfekt. Um auch irgendwann am Ziel anzukommen, hilft es mir immer sehr, einen festen Zeitrahmen zu setzen. Der November hat gerade angefangen und ich habe den Sonntag für mich zum Lerntag erklärt. Jeden Sonntag gibt es also eine neue Lektion: entweder ein weiteres Video aus meinem Online-Kurs oder aber irgendeine Form von Muster, die ich bis jetzt noch nie ausprobiert habe. Mal sehen, wie es läuft und ob ich dann Anfang nächsten Monats tatsächlich mit meinem nächsten Traumpullover-Projekt starten kann. Wenn es gut läuft, gibt es dann in naher Zukunft auch wieder neue Anleitungen hier im Blog.

 

 

Und ich bin natürlich neugierig: Wie sieht's bei euch aus? Wie macht ihr euch an neue Projekte heran? Immer gerne her mit den Tipps und Geschichten aus dem Nähkästchen…