Sketchnotes – Tolle Ideen für euer Bullet Journal

 

Vor ein paar Wochen hatte ich die Gelegenheit, auf einer Konferenz einen Mini-Workshop zum Thema Visual Thinking mitzumachen. Den gesamten ersten Tag der Konferenz war ich schon total fasziniert von den beiden Mädels, die während der Vorträge eine Live-Zusammenfassung der Inhalte auf ein riesengroßes Plakat malten. Und ganz ehrlich: da hat es schon ganz ordentlich in den Fingern gejuckt und am liebsten wäre ich von meinem Stuhl aufgesprungen und hätte bei den beiden mitgemalt. Naja, ein Glück habe ich mich zurückgehalten – wahrscheinlich hätte ich ihnen das ganze schöne Ding versaut. 

 

Auf jeden Fall hat eine der beiden Ladies – Eleanor Beer – am zweiten Tag einen kleinen Workshop gegeben und uns in die Grundlagen des Visual Note-taking eingeführt. Welche Grundprinzipien es gibt, wie man durch die einfachsten Formen und Linien großartige Effekte erzielen kann und so weiter. Hinterher war ich so angetan, dass ich mir direkt ein Buch von Eleanor's Empfehlungsliste gekauft habe. Und stelle fest: Das ist auch großartiger Input fürs Bullet Journaling. Und den möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten :)

 

Sketchnotes – das Prinzip

 

Sketchnotes sind – wie der Name schon verrät – Notizen mit gemalten Inhalten. Manchmal nennt man Sketchnotes auch “visual thinking” oder “visual note-taking”, es gibt so einige Begriffe dafür. Meist während man etwas hört oder sieht, setzt der Visual Note-Taker es in einem Mix aus Illustration und Text um. So kann man sich hinterher nicht nur viel besser an die Inhalte erinnern, es sieht auch noch viiiieeeeel schöner aus als schnöde Stichpunkte auf einem Blatt Papier.

 

Tatsächlich erinnern die Sketchnotes (oder wie auch immer man sie nennen mag) ein bisschen an mein heiß geliebtes Bullet Journal, das ja ebenfalls aus einem Mix aus Texten und Illustrationen besteht. Bei der ganzen Rubrik “Sketchnotes” findet man nur häufiger Live-Dokumentationen von Vorträgen, Meetings, Konferenzen – eben irgendwie mehr Business-bezogene Themen. Und die Inhalte entstehen oft live und sind mehr für die (Live)-Dokumentation als für die Planung zuständig. Also sind Sketchnotes quasi eine Bullet Journal Alternative fürs Business? Vielleicht. Und es lässt sich trotzdem prima verbinden – ich hole mir jetzt nämlich einfach das beste aus beiden Welten: Ich nehme mir in meinem Bullet Journal regelmäßig ganze Seiten vor, die ich während Meetings oder auch Telefongesprächen (ja, Telefon-Doodles waren schon immer auch ein großes Thema bei mir), Vorträgen oder sogar zum Üben einfach nur während einer Folge Irgendwas auf Netflix, mit meinen Sketchnote-Seiten fülle.

 

sketchnotes – üben fürs bullet journal

 

Laut “Sketchnote”-Autor Mike Rohde sei das sogar gut fürs Gehirn und trainiere die Oberstübchen-Muskeln. Und ganz nebenbei trainiert es auch noch die Fähigkeit, Gehörtes intuitiver visuell festzuhalten – was mir auch beim Bullet Journaling enorm entgegen kommt und mehr Selbstbewusstsein für meine Illustrationen verschafft.

 

Naja, wie immer ist es ja so: Wer übt, wird besser, dem fällt es leichter von der Hand und der lernt schneller und mehr. Ein alter Hut, aber ein wahrer. Und ganz ehrlich: Wenn ich auf meine eigene Lernkurve von lediglich drei Wochen schaue, dann staune ich nicht schlecht. Nicht, weil ich das alles jetzt unfassbar toll kann – nein nein, bis zum Wunsch-Status werden wohl noch viele viele viiiieeeele weitere Wochen vergehen – aber die Fortschritte von den ersten Skizzen bis jetzt sind schon deutlich zu sehen. Wie schwer es mir zum Beispiel am Anfang gefallen ist, verschiedene menschliche Haltungen in den richtigen Proportionen zu zeichnen. Und wie viel fixer das jetzt schon im Vergleich geht. Gleichzeitig wächst auch das Selbstbewusstsein und ich traue mich mehr, mit genau solchen Proportionen, verschiedenen Figuren und Charakteren zu spielen. Langsam macht’s Spaß, jetzt heißt es nur: Dranbleiben.

 


 

Ein Glück hatte ich gerade ein Projekt auf dem Tisch, dass mich “gezwungen” hat, wirklich jeden Tag fleißig ein paar Zeichnungen fertig zu machen. Die Frage ist nur: Jetzt, da es so gut wie abgegeben ist (demnächst dazu hoffentlich noch mehr), was kommt als nächstes? Mike Rohde schlägt in seinem Buch vor, auch mit ganz alltäglichen Dingen weiter an seinen Sketchnote-Skills zu arbeiten, damit es mit jedem Mal einfacher wird. Zum Beispiel, indem man sein Mittagessen dokumentiert – illustriert natürlich, nicht einfach mit dem iPhone. Oder indem man während einer Folge seiner Lieblingsserie einfach so tut als wäre man gerade in einem Vortrag und eine Sketchnote erstellt. Oder oder oder.

 

Nun die Frage in die Runde: Sind Sketchnotes etwas, das ihr euch auch für euer Bullet Journal vorstellen könnt? Und wenn ja: Was würdet ihr euch als erstes vornehmen?