IZZY Teil 3 – Swatch me! Musterstücke und ran an den Speck

 

So langsam nimmt mein IZZY-Projekt auf dem heimischen Sofa Fahrt auf. Doch bevor es soweit war, habe ich sicherheitshalber viel geübt. Im 2. Teil meiner “Making of a Sweater”-Reihe habe ich euch ja schon berichtet, wie ich mir die passende Technik angeeignet habe – ihr erinnert euch? Im heutigen, 3. Teil der Serie geht es dann weg vom kompletten Trockenschwimmen und hin zum ersten Badeversuch mit Schwimmflügeln (die Musterstücke) bis hin zum ersten Sprung in Becken (der echte Pulli!).

 

Musterstück und Maschenproben


 

Auch wenn es die meisten Stricksüchtigen bestimmt genauso nervt wie mich selbst: Die Maschenprobe ist und bleibt das A und O des DIY-Pullovers. Wer vorher nicht die Maschen probt, hat hinterher nur mit Glück einen gut sitzenden Pullover. Ich kann ein Lied davon singen. Bevor ich also meinen Pullover planen kann, hilft nur eins: Maschenprobe machen. Da ich in dem Pullover plane, Muster durch verschiedene Zu- und Abnahmen zu kreieren, mache ich lieber mehrere Maschenproben mit und ohne Zu- und Abnahmen im Patentmuster.

 

Pullover ausrechnen


 

Ob der erste Pullover nach dem bisherigen erlernten Schema funktioniert, wird das Ergebnis am Ende zeigen, laut aktuellem Status sieht es jedoch ganz gut aus. Nagelt mich nicht drauf fest ;) Bei einem Makerist Online-Kurs zum Thema “Wie erstelle ich meine eigenen Strickmuster” habe ich gelernt, wie ich einen Pullover berechne. Für meinen ersten Patentpullover habe ich daher einen sehr simplen Grundschnitt gewählt – wie habe ich so schön in meinem ersten Post aus der IZZY-Reihe geschrieben? Little by little. Wenn man die Schwierigkeitsstufe direkt zu stark nach oben dreht, kann es auch frustriert nach hinten losgehen. Man soll sich ja selbst fordern und auch mal aus der Komfortzone herausstricken – und ich mache das eben gerne Schrittweise und nicht olympischer-Weitsprung-weise.

 

Also. Pullover mit kastenähnlicher Form ausgerechnet, und dann kann es ja auch schon losgehen. Schon? Endlich!

 

Let's do this…


 

Tja, und dann kommt der spannende Teil. Klappt alles so wie ich mir das vorgestellt habe? Das wird sich natürlich erst auf dem Weg zeigen. Für mich als Patent-Einsteiger natürlich besonders knifflig bei der ganzen Chose: Die Dokumentation. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht die größte Ahnung davon habe, wie ich das ganze später in eine schriftliche Anleitung verpacken werde, mache ich einfach folgendes: Ich schreibe Reihe für Reihe mit, was genau ich mache. Entspannt sind dabei hauptsächlich die Rückreihen – hier wird nämlich einfach immer alles so gestrickt wie es erscheint und aufpassen muss man nur in der ersten Rückreihe nach jeder Musterreihe, dass man immer richtig im Muster bleibt. Aber ansonsten sehen meine Notizen beim ersten Teil, der Rückseite meines Pullovers in etwa so aus:

 

 

Ob ich da hinterher jemals wieder durchsteige? Außerdem stellte sich mir unterwegs noch eine weitere Herausforderung: Der Druck, BLOSS KEINE MASCHE FALLENZULASSEN!!! Was ich nämlich feststelle, was ich noch überhaupt nicht souverän lösen kann: Wie man eigentlich reagiert, wenn man eine Masche fallen lässt oder einen Fehler macht. Ich in erster Linie erstmal grundsätzlich falsch, nämlich panisch. Einmal ist es mir bei der Rückseite des Pullovers in der ca. 10. Reihe (zum Glück nicht weiter) passiert. Trotz diverser Wiederherstellungs-Tutorials auf YouTube habe ich das Malheur nicht wieder gefixt bekommen und dann kurzerhand alles bis auf das Bündchen wieder aufgeribbelt. Dann nochmal. Und seitdem murmele ich mir gefühlt die ganze Zeit latent manisch vor, bloooß nix fallenzulassen. Daumen drücken. Oder einfach nochmal lernen, wie man das wieder hinkriegt. Funktioniert ja bei anderen Strickmustern auch irgendwie, und andere Menschen kriegen es ja auch hin.

 

Wie geht's jetzt weiter?


 

Was ich mich vorgenommen habe: Den aktuellen Testpullover mit meinen Reihe-für-Reihe Notizen fertig stellen und dann noch einen weiteren Pullover nach der Anleitung stricken – bis dahin die Sache mit dem korrekten Patent-Strickmuster lesen und aufschreiben gelernt haben und dann eine doppelte Anleitung erstellen: Eine mit Musterschrift und eine, in der ich Reihe für Reihe die Schritte beschreibe. Ich glaube nämlich – und da gehe ich jetzt ganz einfach wieder von mir selbst aus – dass mir das für mein allererstes Patentprojekt wahnsinnig geholfen hätte. Und vielleicht sind da draußen ja unter euch auch noch ein paar Strickbegeisterte, die sich gerne zum ersten Mal an einen Pullover in der Richtung trauen würden, die aber auch noch nicht so 100% sicher mit dem Lesen der Strickschriften sind. Was meint ihr, hilfreich oder nicht?

 

Bis zur nächsten IZZY-Ausgabe!