Spitze! DIY-Kragen aus Fimo Air Light

Tutorial: Spitzenkragen



 

Der gute alte Spitzenkragen. Früher fanden wir ihn alle doof. Er hat gekratzt, war steif und in der Grundschule auch überhaupt nicht angesagt (zumindest nicht zu meiner Grundschulzeit - das war nämlich in den späten 80ern). Trotzdem wurde man regelmäßig gezwungen, eine Bluse mit einem solchen Kragen anzulegen, z.B. wenn mal wieder der Besuch des Fotografen anstand.

 

Ein Glück ist das jetzt etwas anders. Den Kragen trägt man 2012 wieder freiwillig - und nicht zuletzt, weil sich die Material-Situation verbessert hat. Ob aus Stoff, Leder oder Fimo - der Kragen ist nun eher Accessoire und wird unabhängig von einer einzigen Bluse getragen. Stattdessen lässt er sich flexibel auf verschiedene Oberteile und Kleider legen und macht ein Outfit so richtig rund.

 

Mein Kragen kommt als Kette daher und besteht aus Fimo Air Light. Inspiriert vom Cut Magazine #6. Nachmachen geht ganz leicht...

 

all you need

Vollständige Zutatenliste:

  • Fimo Air Light
  • Eine Vorlage für den Kragen
  • Spitzenborte (meine ist vom Flohmarkt - ein ehemaliger Vorhang...)
  • Nudelholz
  • Alu- oder Frischhaltefolie
  • Ein (Leder-)Band für die Kette
  • Außerdem: Cutter, Unterlage, Feile, ein bisschen Geduld für die Trockenzeit

 

1. Vorlegen

Vorlage aus Papier ausschneiden und vorm Spiegel ausprobieren, ob die Form gefällt. Wer am Ende eine ganz bestimmte Größe haben möchte, sollte folgendes bedenken: Fimo Air Light verliert beim Trocknen an Flüssigkeit, weswegen die Größe sich um ca. 8% verringert. Wer es nicht so genau nimmt: soo sehr fällt das nun auch wieder nicht auf :)

 

2. Ausrollen

Für einen Kragen ca. die Hälfte einer Fimo Air Light Packung erst durchketen und dann auf der Folie auswellen. Damit die Masse schon gleichmäßig mit dem Nudelholz plattgemacht wird, kann man Abstandhalter verwenden. Zum Beispiel zwei gleich dicke Magazine (etwa 0,5cm). Diese links und rechts neben der Fimo-Masse platzieren und beim Auswellen darauf achten, dass man über die Abstandhalter rollt. Je gleichmäßiger, desto besser ist es hinterher beim Trocknen. Nach dem Ausrollen kurz checken, ob beide Kragenteile Platz haben, dann die Masse vorsichtig von der Folie lösen und einmal umdrehen.

 

3. Abdrücken

Warum umdrehen? Die Rückseite ist nach dem Ausrollen noch ein wenig feuchter. Daher kann man jetzt hervorragend den Abdruck mit der Spitzenborte machen. Dazu einfach die Borte mit dem gewünschten Musterausschnitt auf den Fimo-Teig legen und diesen dann mit dem Nudelholz vorsichtig einarbeiten. Spitzenborte anschließend wieder abziehen.

 

4. Ausschneiden

Jetzt vorsichtig die Papierschablonen auf das ausgewellte Fimo legen und mit dem Cutter die Form ausschneiden. Wenn die Form stimmt: Mit einem Schaschlik-Spieß noch jeweils unten und oben am Kragen die Löcher für die Kette bohren - sonst gibt's später Probleme, das Band durchzuziehen.

 

5. Austrocknen

Fast fertig. Nun muss der Kragen noch trocknen. Bei meinem Exemplar hat das geschlagene 2 Tage gedauert, bis es komplett ausgehärtet war. Da sich die guten Stücke während des Trocknens ein wenig nach oben wellen, ab und zu mal einen Blick darauf werfen und 1-2x am Tag wenden, damit es flach bleibt.

 

6. Abrunden

Mit einer Nagelfeile oder etwas Schmirgelpapier werden zum Schluss die Schönheitskorrekturen vorgenommen: die Ränder ein wenig abschleifen, sodass die Kanten etwas weicher und runder wirken.

 

7. Auf- und Anziehen

Jeweils ein Stück des Lederbands oben und unten durch die zuvor gebohrten Löcher einfädeln und die gewünschte Länge und den Sitz der Kette einstellen. Und schon kann es losgehen! Ob zu Strickpullis, T-Shirts oder Tops - was auch immer ihr mit einem Kragen etwas aufwerten wollt - der Kragen sitzt! Voilà!

 

 

Fotos: Alina Atzler (...also, bis auf das weniger schöne Bild von der Zutatenliste)

Mehr Fotos von dem Spitzenkragen hier im Blog.