So startest du dein Bullet Journal

 

Na, da hat meine Kollegin Maren ja was angerichtet. Damit meine ich jetzt nicht, dass wir uns gegenseitig in einem immerwährenden unabsichtlichen Wettstreit Ohrwürmer verpassen – nein, sie hat mich süchtig gemacht. Süchtig nach etwas, das offensichtlich alle außer mir schon kannten, das in den USA und auf Pinterest ganz groß ist und das sich Bullet Journaling nennt. Dabei gestaltet man sich sein persönliches Tagebuch, Kalender, Notizbuch von Monat zu Monat und von Woche zu Woche und Tag zu Tag selbst neu, immer individuell und immer so, wie man es gerade braucht. Am Anfang steht also ein simples Notizbuch und am Ende steht hoffentlich ein toll aussehendes Buch voller Kreativitätsergüsse und Erinnerungen. Mein Bullet Journal gibt es seit Ende Februar, ich bin Fan, ich bin süchtig, und das sind meine Tipps für alle, die es auch werden wollen.

 

Was ist ein Bullet Journal?


Im Grunde meint das erstmal nix anderes als ein Tagebuch in Stichworten zu führen. Und das kann ja alles heißen, sprich: hier kann man sich so richtig ordentlich austoben. Dein Bullet Journal ist ein System, um besser zu organisieren, zu planen, Ziele zu setzen und sie im Auge zu behalten – und das alles auf eine flexible und von dir selbst vorgegebene Art und Weise. Du kannst es für ToDo-Listen, als Skizzen- oder Tagebuch und höchstwahrscheinlich alles zusammen nutzen. Hört sich vielleicht komisch an, dass ein simples Notizbuch – und das auch noch von einem selbst gestaltet – das alles sein kann. Ist aber so. Und macht auch noch wahnsinnig viel Spaß dabei. Mein eigenes Bullet Journal ist mein Jahres-, Monats-, Wochen- und manchmal Tageskalender, Blog-Planungshilfe, Ziele-aufschreiben-und-checken-Tool, Doodle- und Skizzenbuch, ich dokumentiere Challenges mit mir selbst, mache ToDo-Listen und vieles mehr.

 


Und los geht's


Wenn ihr mal bei Pinterest nach Bullet Journaling sucht, dann werdet ihr abertausende verschiedene schöne Dinge finden, die es einen sofort in den Fingern kribbeln lassen, versprochen! Damit das Kribbeln schnell aufhört – das sind die Basics auf der Einkaufsliste, die in ein glückliches Dasein als Bullet Journal Schreiber führen:

  • Ein richtig schönes Notizbuch mit gutem Papier, am besten hell punktiert. Das funktioniert für mich am besten, weil es zwar Orientierung gibt (ich schreib sonst wahnsinnig schräg), aber bei Doodles und sonstigen Illustrationen überhaupt nicht stört. Toll und richtig hochwertig sind zum Beispiel die nuuna Brandbooks, da könnte ich mich doof und dämlich kaufen!
  • Blog-Update: Hier findet übrigens ihr meine Tipps für schöne Notizbücher für jedes Budget.
  • Stifte, mit denen ihr richtig gerne schreibt. Am besten einen neutralen und dann verschiedene bunte zum Colorieren und Markieren von verschiedenen Themen. Ich benutze für das Meiste einen normalen Fineliner, für farbliche Akzente habe ich Gelstifte, Filzstifte und Copic Marker.
  • Ein Lineal (ohne würde ich glaub ich dabei durchdrehen).
  • Wer sehr genau sein mag: Bleistift und Radiergummi.

Soweit, so gut. Wenn die Einkaufsliste erfolgreich abgearbeitet ist (vielleicht habt ihr ja auch eh noch alles im Haus?), geht es ans Eingemachte: Was soll alles hinein ins Bullet Journal? Erstmal als eine Art Tagebuch starten, das ihr mit Illustrationen und Doodles etwas aufhübschen wollt? Eine 30-Tage-Challenge dokumentieren? Kalender mit yearly, monthly, weekly, daily und future log? Euren Blog besser durchplanen? Alles zusammen irgendwie? Wie gesagt: kein Problem beim Bullet Journaling, hier geht einfach alles.

 

Und wirklich: man behält den Überblick. Es gibt nämlich ein paar Tipps zum Start und unzählige Methoden zum Weitermachen. Was ich besonders an der ganzen Sache mag ist, dass man es von Woche zu Woche verändern, weiterentwickeln und dynamisch an das anpassen kann, was man gerade braucht. Und wenn man zwischendurch mal ein paar Tage faul ist, dann macht das auch nichts. Denn im Gegensatz zu einem klassischen Kalender hat man dann keine einzige Seite Papier verschwendet…

 

Key, Color und Index



Darf ich vorstellen? Das sind eure guten Freunde, die euch dabei helfen, den Überblick in eurem Bullet Journal zu behalten. Die Seiten Key und Index sind die beiden allerersten Seiten in meinem Bullet Journal.

  • KEY und COLOR: Die Schlüssel für euer Verständnis. Nach kurzem geht es sowieso automatisch von der Hand, aber gerade für den Anfang ist es sinnvoll, sich ein wenig Konsistenz anzutrainieren. In einer Übersicht am Anfang eures Buches haltet ihr fest, welche Farbe für welchen Bereich steht, welches Symbol für einen Status einer Aufgabe und so weiter.
  • INDEX: Ein Inhaltsverzeichnis, das organisch mit wächst, je weiter ihr mit eurem Journal voranschreitet. Zusätzlich zu neuen Monaten trage ich für mich besonders wichtige Seiten mit ein.

Am Anfang die Langzeitplanung


Eine der Herausforderungen, die ein Bullet Journal mit sich bringt, ist die zukünftige Planung. Das Bullet Journal lebt im Jetzt und entwickelt sich dynamisch jeden Tag weiter und ist kein klassischer Kalender, bei dem man jetzt schon weiß, dass der November auf Seite 165 kommt. Eine Jahresübersicht am Anfang des Bullet Journals hilft da weiter. Meine habe ich über zwei Doppelseiten in Quartale aufgeteilt, damit ein bisschen mehr Platz ist.

 

Monate, wochen und tage planen und dokumentieren mit dem bullet journal



Am Anfang eines jeden Monats mache ich eine Monatsübersicht über eine Doppelseite und teile dabei zurzeit in drei verschiedene Spalten auf: Generelle Ereignisse (Geburtstage zum Beispiel), Freizeit (Verabredungen, Konzerte etc.) und Blog (Planung, welche Blog-Posts ich wann veröffentlichen möchte – nun ja, manchmal klappt es nicht ganz mit der Planung…). Daneben gibt es außerdem noch eine Spalte mit Zielen und allgemeinen ToDos, die ich unbedingt in diesem Monat erreichen und abhaken möchte.

 

Von Tag zu Tag gestalte ich mein Bullet Journal immer wieder anders. Wie ihr auf dem kleinen Beispielbild oben rechts sehen könnt, sind die ToDos unterschiedlich farblich hinterlegt, je nachdem, welchem Bereich ich sie zuordne. Außerdem nur teilweise abgehakt und teilweise verschoben. Auf die Art sehe ich, vor welchen Aufgaben ich mich zum Beispiel über eine ganze Woche hinweg drücke – das hilft ehrlich gesagt ganz gut, das olle Aufschieben zu lassen.

 

Challenges, Doodles etc.


Zwischendurch hält das Bullet Journal für Illustrationen, Kritzeleien, Skizzenbuch oder Challenges her. Das kann zum Beispiel so aussehen:

Instagram Ideen
Instagram Ideen
Urlaubsdokumentation
Urlaubsdokumentation
Moodymeter
Moodymeter
Neue Ideen…
Neue Ideen…
30 Days Challenge
30 Days Challenge

 

So. Jemand Lust bekommen, sein eigenes Bullet Journal zu starten? Oder habt ihr alle schon eins? Vielleicht konnte ich ja den einen oder anderen mit meiner Sucht anstecken. Ich werde auf jeden Fall weitermachen und freu mich auf viele zukünftige Bullet Journals. Übrigens habe ich auch grade schon wieder (aus Versehen) die nächsten zwei Notizbücher bestellt…